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Organisations- und Governance-Reglement

Dieses Reglement konkretisiert die Organisation, Verantwortlichkeiten und Entscheidungsprozesse von TextRefs. Es soll sicherstellen, dass der Verein gemeinnützig, transparent, offen, wissenschaftlich nachvollziehbar und rechtssicher geführt wird.

Die Governance des Vereins beruht auf folgenden Grundsätzen:

  1. Gemeinnützigkeit: Alle Tätigkeiten dienen Wissenschaft, Bildung, Kultur und offener digitaler Infrastruktur.
  2. Offenheit: Öffentliche Registerdaten und Dokumentationen sind grundsätzlich frei zugänglich.
  3. Persistenz: Publizierte Identifikatoren sollen dauerhaft erreichbar bleiben.
  4. Transparenz: Änderungen, Entscheidungen, Releases und Statusänderungen werden dokumentiert.
  5. Community-Curation: Beiträge aus der Fachgemeinschaft sind willkommen und werden nach transparenten Verfahren geprüft.
  6. Review nach Risiko: Einfache technische Änderungen benötigen technische Prüfung; fachlich strittige oder strukturprägende Änderungen benötigen fachliche Begutachtung.
  7. Rechte-Sicherheit: Der Verein vermeidet das Hosting geschützter Inhalte und dokumentiert Rechte- und Zugriffsinformationen für externe Ziele.
  8. Neutralität: Kein externer Resolver, keine Plattform und kein Identifikatorsystem erhält privilegierten Status als primäre interne Identität.
  9. Nichtdiskriminierung der Nutzung: Die Nutzung öffentlicher Daten hängt nicht von einer Mitgliedschaft ab.
  10. Vermeidung von Selbstbegünstigung: Finanzielle oder reputationsbezogene Interessenkonflikte werden offengelegt und geregelt.

Der Vorstand trägt die Gesamtverantwortung für Verein, Finanzen, Steuerbefreiung, rechtliche Compliance, institutionelle Strategie und Zweckverfolgung.

Er entscheidet insbesondere über:

  • Budget und Finanzplanung;
  • Fördergesuche und grössere Kooperationen;
  • Spesen- und Vergütungsfragen;
  • Einsetzung von Maintainerinnen, Maintainern und Fachbeiräten;
  • Richtlinien zu Daten, Rechten, Takedown und Releases;
  • Eskalationen aus dem Curation-Prozess;
  • rechtlich oder reputationsmässig sensible Veröffentlichungen.

Technical Maintainers betreuen die technische Infrastruktur, Schemata, Validierung, Build-Prozesse, Releases und technische Pull-Request-Prüfung.

Ihre Aufgaben umfassen insbesondere:

  • Prüfung von Datenformaten und Schemakonformität;
  • Pflege von JSON-LD-Kontexten, Zod-Schemas und JSON-Schema-kompatiblen Exporten;
  • Prüfung der referenziellen Integrität;
  • Prüfung auf unerlaubte Volltextinhalte;
  • Pflege von CI/CD und Release-Automatisierung;
  • Erstellung von Changelogs und Datenexporten;
  • technische Dokumentation.

Domain Reviewers sind fachlich qualifizierte Personen für bestimmte Textkorpora, Sprachen, Epochen, Disziplinen oder Zitiertraditionen.

Sie prüfen insbesondere:

  • neue Werke;
  • neue Zitier- und Referenzsysteme;
  • neue Korpora;
  • strittige Referenzpunkte;
  • komplexe Mapping-Aussagen;
  • Normalisierungsentscheidungen;
  • Änderungen, welche persistente IDs oder etablierte Zitierlogiken betreffen.

Der Vorstand kann einen wissenschaftlichen oder institutionellen Beirat einsetzen.

Der Beirat hat beratende Funktion. Er kann Empfehlungen zu Strategie, wissenschaftlicher Qualität, Partnerschaften, Prioritäten, Nachhaltigkeit und internationaler Anschlussfähigkeit abgeben.

Contributors sind Personen oder Institutionen, die Issues, Pull Requests, Mapping-Vorschläge, Dokumentationsverbesserungen, Datenkorrekturen oder andere Beiträge einreichen.

Ein Beitrag begründet keinen Anspruch auf Annahme, Priorisierung, Veröffentlichung, Vergütung oder Mitgliedschaft.

Ein technischer Review genügt in der Regel für:

  • Tippfehler;
  • Formatkorrekturen;
  • defekte Links;
  • kleinere Metadatenkorrekturen;
  • Aktualisierung von last_checked-Feldern;
  • Ergänzung unstrittiger Aliase;
  • Dokumentationskorrekturen ohne fachliche Tragweite.

Voraussetzungen:

  • automatisierte Validierung erfolgreich;
  • keine unerlaubten Volltextinhalte;
  • keine Rechte- oder Takedown-Bedenken;
  • keine Änderung an persistenten IDs mit fachlicher Wirkung;
  • mindestens eine technische Prüfung durch eine berechtigte Person.

Ein fachlicher Review ist erforderlich für:

  • neue Korpora;
  • neue Werke;
  • neue Zitier- oder Referenzsysteme;
  • neue Normalisierungsregeln;
  • Änderungen an deterministischen ID-Inputs;
  • strittige Mapping-Aussagen;
  • widersprüchliche externe Identifikatoren;
  • Änderungen mit erheblicher fachlicher oder reputationsbezogener Wirkung;
  • Statusänderungen zu active, deprecated, withdrawn oder blocked, soweit fachlich begründet.

Voraussetzungen:

  • technische Validierung erfolgreich;
  • dokumentierte Begründung;
  • Quellen- oder Evidenzangaben;
  • mindestens eine fachliche Prüfung;
  • bei strittigen Entscheidungen dokumentierte Entscheidung mit Begründung.

Der Vorstand entscheidet oder bestätigt:

  • rechtlich sensible Veröffentlichungen;
  • Takedown-Entscheide;
  • Blockierung von Mapping-Aussagen aus rechtlichen oder policybezogenen Gründen;
  • Kooperationen mit finanzieller, rechtlicher oder strategischer Bindungswirkung;
  • Änderungen an Lizenzpolitik, Persistenzpolitik oder Steuerbefreiungsrelevanz;
  • bezahlte Aufträge an Vorstandsmitglieder oder nahestehende Personen.
  • candidate: vorgeschlagener Datensatz, noch nicht vollständig geprüft;
  • active: gültig und empfohlen;
  • deprecated: nicht mehr empfohlen, aber aus historischen Gründen erhalten;
  • withdrawn: zurückgezogen, Landing Page bleibt erhalten;
  • blocked: aus rechtlichen, policybezogenen oder schwerwiegenden Qualitätsgründen gesperrt.
  • candidate: vorgeschlagene Zuordnung;
  • active: geprüfte und empfohlene Zuordnung;
  • deprecated: nicht mehr empfohlene Zuordnung;
  • withdrawn: zurückgezogene Zuordnung;
  • blocked: gesperrte Zuordnung.

Strittige Mappings behalten den passenden Schema-Status und führen Begründung, Review-Historie oder Ersatzbeziehung in begleitenden Metadaten oder Entscheidungsdokumenten.

Publizierte IDs werden grundsätzlich nicht hart gelöscht.

Bei Rückzug, Sperrung oder Deprecation bleibt eine Landing Page erhalten mit:

  • Status;
  • Datum der Statusänderung;
  • Begründung;
  • verantwortlicher Entscheidungsebene;
  • Ersatz-ID, falls vorhanden;
  • Hinweis auf Takedown oder Rechtegrund, falls relevant.
  1. Primäre TextRefs-IDs sind unabhängige HTTP-URIs.
  2. Externe Identifikatoren wie CTS URNs, Wikidata-IDs, DOIs, ARKs, Perseus-URLs oder Scaife-URLs sind keine primären TextRefs-IDs.
  3. Stabile und etablierte Referenzen können deterministische IDs erhalten.
  4. Provisorische oder unsichere Objekte erhalten generierte IDs.
  5. Einmal publizierte IDs werden nicht geändert, nur weil Labels, Titel, Aliase oder externe Mappings verbessert werden.
  6. Lesbare Citation-URLs sind Aliase und können umgeleitet, geändert oder deprecated werden; primäre IDs bleiben massgeblich.

Beiträge sollen grundsätzlich über öffentliche GitHub Issues oder Pull Requests eingereicht werden.

Ein Beitrag soll enthalten:

  • betroffene Entität oder vorgeschlagene neue Entität;
  • Art der Änderung;
  • Begründung;
  • Quellen- oder Evidenzangaben;
  • Einschätzung von Unsicherheit;
  • Rechte- und Lizenzhinweise, soweit relevant.

Der Beitrag wird triagiert und einem Review-Track zugeordnet:

  • technische Änderung;
  • fachliche Änderung;
  • rechtlich/policybezogen sensible Änderung;
  • unvollständiger oder nicht prüfbarer Beitrag.

Ein Beitrag kann angenommen werden, wenn:

  • die automatisierte Validierung bestanden ist;
  • erforderliche Reviews erfolgt sind;
  • Rechte- und Lizenzfragen hinreichend geklärt sind;
  • der Beitrag mit Zweck, Datenmodell und Governance vereinbar ist;
  • Status, Provenienz und Unsicherheiten angemessen dokumentiert sind.

Ein Beitrag kann abgelehnt werden, insbesondere wenn:

  • er unerlaubte Volltextinhalte enthält;
  • Rechte- oder Lizenzlage unklar oder problematisch ist;
  • die Evidenz unzureichend ist;
  • er gegen das Datenmodell oder die Persistenzpolitik verstösst;
  • er kommerzielle, proprietäre oder exklusive Interessen in unvereinbarer Weise begünstigt;
  • er nicht mit dem gemeinnützigen Zweck vereinbar ist.

Ablehnungen sollen kurz begründet werden.

  1. Der Verein veröffentlicht regelmässige versionierte Datenstände.
  2. Jeder Release enthält einen Changelog.
  3. Releases sollen reproduzierbar sein.
  4. Datenexports können insbesondere als JSON-LD und JSONL bereitgestellt werden.
  5. Wichtige Releases sollen durch Git-Tags und, soweit möglich, über Zenodo oder eine vergleichbare Archivierungsinfrastruktur dauerhaft archiviert werden.
  6. Schemaänderungen werden versioniert.
  7. Breaking Changes an Schemata erfordern eine neue Major-Version.

TextRefs hostet grundsätzlich keine urheberrechtlich geschützten Editionstexte, kritischen Apparate, Kommentare oder Übersetzungen aus geschützten Ausgaben.

Der Verein veröffentlicht primär Referenzdaten, Metadaten, externe Identifikatoren, Resolver-Ziele, Mapping-Aussagen, Provenienz- und Statusinformationen.

Resolver-Ziele und Mapping-Aussagen sollen, soweit möglich, Informationen enthalten zu:

  • Anbieter oder Quelle;
  • Zugriffsstatus;
  • Rechte- oder Lizenzstatus;
  • Lizenz-URL, falls vorhanden;
  • Datum der letzten Prüfung;
  • Provenienz;
  • Vertrauensniveau.

Nicht aufgenommen werden sollen insbesondere:

  • urheberrechtlich geschützte Volltexte ohne Lizenz;
  • kritische Apparate aus geschützten Ausgaben;
  • geschützte Kommentare oder Übersetzungen ohne Lizenz;
  • proprietäre Segmentierungs- oder Mapping-Daten aus rechtlich unklaren Quellen;
  • Daten, die technische Schutzmassnahmen umgehen oder Paywalls aushebeln;
  • Massenimporte aus Quellen ohne klare Rechte- oder Lizenzgrundlage.

Ein Takedown-Begehren soll enthalten:

  1. verifizierbare Kontaktinformationen;
  2. genaue TextRefs-URL oder Datensatz-ID;
  3. genaue Beschreibung des beanstandeten Materials;
  4. Begründung der behaupteten Rechtsverletzung oder Policy-Verletzung;
  5. Erklärung, dass die Angaben nach bestem Wissen zutreffen.

Der Vorstand oder eine von ihm bezeichnete Stelle prüft das Begehren.

Mögliche Massnahmen:

  • keine Massnahme bei offensichtlich unbegründetem Begehren;
  • Korrektur von Metadaten;
  • Änderung des Zugriffs- oder Rechte-Status;
  • Deprecation einer Mapping-Aussage;
  • Blockierung eines Resolver-Ziels;
  • Redaction bestimmter Felder;
  • temporäre De-Publikation bis zur Klärung;
  • Veröffentlichung eines Tombstones oder Takedown-Hinweises.

CanonicalReference-, Work- und CitationSystem-IDs sollen nicht gelöscht werden, nur weil ein externer Link oder ein Mapping problematisch ist.

  1. Vereinsmittel dürfen nur für den gemeinnützigen Zweck verwendet werden.
  2. Der Vorstand arbeitet grundsätzlich ehrenamtlich.
  3. Effektive, notwendige und belegte Spesen werden ersetzt.
  4. Besondere Leistungen können angemessen entschädigt werden, wenn sie zweckbezogen, budgetiert, dokumentiert und verhältnismässig sind.
  5. Betroffene Personen treten bei Beschlüssen über eigene Entschädigungen in den Ausstand.
  6. Aufträge an Vorstandsmitglieder oder nahestehende Personen sind nur zulässig, wenn sie dem Vereinszweck dienen, marktüblich sind und transparent beschlossen werden.
  7. Spenden und Fördermittel werden zweckgemäss verwendet.
  8. Zweckgebundene Mittel werden separat nachvollziehbar dokumentiert.

TextRefs richtet sich an einen internationalen Nutzerkreis in Wissenschaft, Bildung, Kultur und digitaler Infrastruktur.

Internationale Wirkung ist mit der Gemeinnützigkeit vereinbar, weil die Tätigkeit offen, nicht-kommerziell, wissenschafts- und bildungsbezogen ist und der Allgemeinheit dient.

Der Sitz in Zürich dient als rechtlicher und organisatorischer Anker. Der Verein wahrt Transparenz, Rechnungslegung, Mittelbindung und Governance nach Schweizer Standards.